Erste Hilfe bei einer Panikattacke,
Erste-Hilfe bei einer Panikattacke
Ängste überwinden
Anleitung, um Ängste zu überwinden

Wenn die Angst zum Dauergast wird

Wenn die Angst zum Dauergast wird

Wenn die Angst zum Dauergast wird

Angst ist ein ganz normales Gefühl, ein Grundgefühl, und ist für den Menschen sogar äußerst hilfreich, nein, eigentlich sogar unerlässlich. Jeder Mensch empfindet Angst und genau das ist auch der Grund, warum die Menschheit heute noch existiert. Was aber, wenn Ängste, Phobien und Panikattacken unnatürliche Ausmaße annehmen?

Wo kommt sie her, was hält sie aufrecht?

Über unsere Sinnesorgane nehmen wir etwas wahr, also sehen ein Raubtier, riechen Feuer, fühlen etwas auf unserem Körper oder hören ein Geräusch im Gebüsch. Diese Informationen werden blitzschnell im Gehirn verarbeitet und als lebensbedrohliche Gefahr identifiziert, sodass der Körper alle ihm zu Verfügung stehenden Ressourcen aktivieren kann.

Die Sinnesreize werden an die Großhirnrinde weitergeleitet, welche prüft, ob die Situation bekannt ist, unbekannt oder gefährlich sein könnte. Die Großhirnrinde ist die Schaltzentrale unseres Körpers. Hier fließen alle internen und externen Informationen zusammen, werden bewertet und enstprechende Reaktionen eingeleitet. Sehen wir uns einer Gefahr ausgesetzt, werden verschiedene Körperfunktionen aktiviert, um uns auf die Gefahr vorzubereiten.

Unser Körper schüttet Adrenalin, Noradrenalin, Kortisol und Kortison aus, der Herzschlag erhöht sich, der Blutdruck und die Atemfrequenz steigt, der Stoffwechsel wird beschleunigt, Speichelfluss wird reduziert, die Harn- und Verdauungstrakt wird eingestellt, um sofort auf Kampf oder Flucht vorbereitet zu sein.

Wir können uns bei einem Angriff besser verteidigen oder schneller fliehen.

Wenn wir uns beispielsweise vor einem Geräusch erschrecken, regiert unser Organismus genauso. Das Geräusch wird zunächst als potenzielle Gefahr identifiziert und sofort werden alle Ressourcen aktiviert, um uns zu verteidigen oder wegzulaufen. Wenn das Geräusch dann als nicht bedrohlich identifiziert ist, reguliert der Körper sich wieder, also verlangsamt den Herzschlag, fährt den Stoffwechsel wieder zurück und bringt seinen gesamten Organismus wieder in den ursprünglichen entspannten Zustand.

Was aber nun, wenn sich diese Reaktionen ohne ersichtlichen Grund auftreten oder sich nicht mehr so schnell regulieren lassen?

Ausprägungen der Angst

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Angst, nämlich Phobien, Panikstörungen und generalisierten Angststörungen.

Phobien

Zu den Phobien werden folgende Ängste gezählt

  • Agoraphobie, also die Angst vor Menschenmengen, öffentlichen Plätzen, öffentlichen Verkehrsmittel oder Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause
  • Sozialphobie, mit der Furcht, sich in zwischenmenschlichen Kontakten zu blamieren, im Mittelpunkt zu stehen. Dies kann sich auf z.B. Reden, Essen oder generelle Kontaktsituationen auswirken
  • spezifischen Phobien, worunter alle anderen phobischen Ängste eingeordnet werden, wie geschlossenen Räume, Flugzeuge, Zahnarztbesuch, Tiere, und so weiter

Panikattacken

Panikstörungen sind wiederkehrende unerwartete Angstanfälle.

Bei einer Panikattacke ist unser Organismus einer Stresssituation ausgesetzt und baut die aufgebaute Anspannung über eine Panikattacke wieder ab. Diese Panikreaktion kann unmittelbar auf eine Anspannung folgen, aber auch erst nach einer schweren körperlichen oder seelischen Belastung oder dann, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Automatisch bewerten wir diese Körperreaktion als Gefahr und verschlimmern die Situation damit. Der Herzschlag wird noch mehr erhöht, alle Körperfunktionen noch mehr beschleunigt, da wir hierdurch unserem Körper signalisieren, dass die Situation gerade gravierend gefährlich ist, was wiederum die Angst nochmals verstärkt.

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Generalisierte Angststörung

Von einer generalisierten Angst spricht man, wenn die Angst nicht auf bestimmte Situationen oder Dinge beschränkt ist, sondern frei flottiert. Dies sind zum Beispiel ständige Sorgen oder Befürchtungen, dass etwas passiert (einer nahestehenden Person etwas zustößt, sie in eine finanzielle Krise geraten, oder ähnliches)

Gründe und Ursachen von Ängsten sind vielfältig. Beispielsweise kann ein Erlebnis, wie ein Hunde-Biss die Angst vor Hunden auslösen oder die Erkrankung einer nahestehenden Person auch bei uns die Angst wecken, selbst zu erkranken.

Aber auch Stress, Dauerbelastung, traumatische Erlebnisse oder lebensverändernde Ereignisse können Ängste, Panikstörungen oder Phobien begünstigen.

Außerdem spielen Persönlichkeit und Erziehung eine Rolle. Mache Menschen sind in ihrer Persönlichkeit ängstlicher als andere und manche Ängste haben wir von Bezugspersonen übernommen. Oft haben wir Angst vor Spinnen, wenn wir gesehen haben, wie jemand beim Anblick einer Spinne schreiend aus den Raum rennt. Wir lernen hier von klein auf, dass Spinnen gefährlich sind und wir uns fürchten sollten.

Dies sind einige Ursachen, die Ängste bei uns auslösen können. Meist spielen aber nicht nur ein Ereignis oder die Persönlichkeit oder der Einfluss unserer Mitmenschen eine Rolle, sondern verschiedene Faktoren, die zusammenwirken.

Nicht jede Angst stellt automatisch ein Problem dar oder muss behandelt werden.

Handlungsbedarf besteht erst dann, wenn Leidensdruck besteht und die Angst uns in unserer Lebensführung beeinträchtigen.

Gemeinsamkeiten Ängsten, Phobien und Panikstörungen

Was Ängste, Phobien und Panikstörungen gemeinsam haben ist, dass angsteinflößenden Situation in uns Gedanken, wie “ich schaffe das nicht.“, “ich muss hier weg.“. Der Körper reagiert mit Angstsymptomen, wie schwitzen, zittern, Atemnot und Herzrasen, was dazu führt, dass wir die Situation, wenn möglich verlassen (Flucht) oder gegenüber andere Personen aggressiv reagieren (Angriff) oder gleich von vorn herein versuchen sie zu umgehen (Vermeidungsverhalten).

Hieraus kann sich eine Erwartungsangst (Angst vor der Angst) entwickeln, wenn wir befürchten, bald wieder der Angst ausgesetzt zu sein.

Langfristig kann hierdurch ein hoher Leidensdruck und gravierende Einschränkungen in der Lebensführung entstehen, wenn wir ständig versuchen unseren Ängsten aus den Weg zu gehen.

Fakt ist, je mehr wir uns auf unsere Ängste, unsere daraus resultierenden körperlichen Empfindungen konzentrieren, desto schlimmer wird es.

Je häufiger du dich von der Angst und ihren Auswirkungen auf deinen Körper und dein Verhalten mitreißen lässt, desto mehr festigt sich diese Angst in dir.

Erschwerend hinzu kommt, dass sich die Angst auch auf andere, zunächst ähnliche, Situationen oder Lebensbereiche ausweiten kann.

Lass deine Angst nicht dein Leben bestimmen, sondern sage ihr den Kampf an!

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass auch der Einsatz von Virtual Reality in der Angsttherapie sehr gute Ergebnisse erzielt.

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1 Comment

  1. […] Symptome. Was genau passiert bei einer solchen Attacke? Wie kannst du selbst entgegenwirken, um die Angst schneller besiegen zu können? Was bedeuten die […]

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