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[Teil 1] Die Wahrheit über Verletzlichkeit

Die Wahrheit über Verletzlichkeit

Die Wahrheit über Verletzlichkeit

Verletzlichkeit ist etwas Furchteinflößendes. Wir haben Angst, uns durch unsere Verletzlichkeit angreifbar zu machen. Wenn wir angreifbar sind, werden wir verletzt, enttäuscht und ausgenutzt. Wir schämen uns, weil Verletzlichkeit gleichgestellt wird mit Schwäche. Niemand von uns
will als schwach, ängstlich oder verweichlicht bezeichnet werden. Denn, Schwäche ist ein Makel, den wir uns in unserer Gesellschaft nicht leisten können. So unterdrücken wir unsere Verletzlichkeit, vertuschen unsere Ängste und tun so, als könnte uns nichts etwas anhaben. Wir machen auf Catwoman und Superman, um unser wahres Gesicht nicht zeigen zu müssen. Aber was steckt hinter dieser Verletzlichkeit und wie kannst du sie überwinden?

In Teil 1 dieser Beitragsserie möchte ich dir einige Hintergrundinformationen und Denkanstöße zum Thema Verletzlichkeit mitgeben.

Im Teil 2 Der Verletzlichkeit ins Auge blicken, möchte ich dir Wege aufzeigen, wie du deine Verletzlichkeit annehmen kannst, welche Schutzschilde wir uns zu Nutze machen und wie du diese ein Stückweit ablegen kannst.

 

 

 
 

 

 

Verletzlichkeit in der Gesellschaft

In unserer Gesellschaft wird Verletzlichkeit gleichgesetzt mit Schwäche. Wir scheuen uns davor, uns anderen zu zeigen, weil wir dann einen Teil unseres Schutzschildes ablegen müssten.

Im Job dürfen wir uns nichts zu Herzen nehmen, wir müssen taff sein und dürfen uns nicht anmerken lassen, wenn uns etwas verletzt oder enttäuscht. Umso höher die Position in einem Unternehmen, desto weniger dürfen wir angreifbar sein oder Empathie zeigen.

Innerhalb der Familie müssen wir stark sein, ein Vorbild für unsere Kinder und zeigen, dass wir allen Schwierigkeiten gewachsen sind.

Besonders Männer geraten hierbei unter Druck, denn sie müssen den starken Ehemann, den starken Vater und das starke Familienoberhaupt repräsentieren. Für Schwäche und Verletzlichkeit ist hierin kein Platz.

Wir sind immer bemüht den schönen Schein aufrechterhalten. Zu zeigen, dass wir dem Leben gewachsen sind und Schwierigkeiten überwinden können.

 

Wir leben in einer Gesellschaft, die keinen Platz für Verletzlichkeit hat. Viel zu groß ist die Angst den Stempel „Schwächling“, „Weichei“ oder „Versager“ aufgedrückt zu bekommen.

Also tun wir das, wovon wir glauben, dass es vielen Leuten gefällt und versuchen nicht aus der Reihe zu tanzen. Offenheit und Ehrlichkeit können uns schließlich zum Verhängnis werden.

 

 

 

 

Die Wahrheit über Verletzlichkeit

Das Paradoxe ist aber, dass Liebe, Zuneigung, Empathie, Beziehungen, Freundschaften und Vertrauen auf Verletzlichkeit basieren.

Gerne vergessen wir das, weil unser Fokus nur darauf liegt, keine Verletzlichkeit zuzulassen.

Aber die Wahrheit ist doch, dass wir nur dann eine Beziehung aufbauen können, wenn wir uns verletzlich zeigen.

Egal, ob in einer Partnerschaft, Freundschaft, im Beruf oder innerhalb der Familie.

Vertrauen beruht darauf, dass uns jemand Vertrauen entgegenbringt. Und nur, wenn wir uns öffnen, unsere Geheimnisse preisgeben und uns verletzlich zeigen, können wir Vertrauen aufbauen.

Wenn wir jemanden lieben, öffnen wir uns demjenigen gegenüber und lassen damit zu, dass wir uns angreifbar machen. Jeder, dem wir unser Vertrauen schenken, kann dieses Vertrauen ausnutzen, gegen uns verwenden oder unsere Geheimnisse weitererzählen.

Verletzlichkeit ist der Grundbaustein von Vertrauen.

 

Frage dich einmal selbst:

  • Würdest du dich jemandem öffnen, der kalt und unnahbar wirkt?
  • Teilst du deine Geheimnisse, deine Wünsche und Sehnsüchte mit jemandem, der nicht bereit ist das gleiche zu tun?
  • Vertraust du Menschen, die nicht bereit sind ihre Verletzlichkeit zu zeigen?

 

Wir können nie wissen, ob der Mensch, der jeden Morgen neben uns im Bett aufwacht, immer an unserer Seite sein wird oder ob wir auf diese Freundschaft ein Leben lang zählen können.

Das ist das Risiko, das wir eingehen, wenn wir uns verletzlich zeigen.

Wir laufen ständig Gefahr, verletzt, verlassen, betrogen oder ausgenutzt zu werden.

Aber was ist besser? Unverwundbar zu sein oder alleine?

 

Im Boxring des Lebens

Mit dem Beginn des Lebens steigen wir in den Ring. Zu Beginn noch völlig unbewaffnet und der Welt schutzlos ausgeliefert. Mit der Zeit erfahren wir Enttäuschungen, Verletzungen und bekommen hier und da ein blaues Auge verpasst.

Im Laufe unseres Lebens legen wir uns Boxhandschuhe zu, um zurückschlagen zu können und einen Mundschutz, um weniger angreifbar zu sein. Wir feilen an unserer Technik, um Angriffen ausweichen oder Schläge abwehren zu können.

Die meisten von uns glauben, diesen Schutz niemals ablegen zu dürfen und sich gegen alles und jeden verteidigen zu müssen.

Was aber dabei übersehen wird: Wir stehen nicht alleine im Ring! Wir haben all die Menschen, die uns etwas bedeuten an unserer Seite. Sie kämpfen mit uns und verteidigen uns. Wenn uns das Leben eine verpasst, stehen sie in unserer Ecke, um die Wunden zu versorgen.

Sie nehmen uns Handschuhe und Mundschutz ab, damit die Verletzungen dahinter heilen können.

 

Diese Menschen sitzen nicht im Publikum und sehen zu, wie wir K.O. gehen. Sie stehen direkt hinter uns, um uns zu verteidigen, zu beschützen und zu umsorgen.

Das ist nur möglich, weil wir diesen besonderen Menschen unsere Verletzlichkeit offenbaren und zulassen, dass sie die Angst, die Unsicherheit und den Schmerz hinter der Fassade zu sehen bekommen.

 

„Verletzlichkeit ist das Letzte, was der andere bei mir zu Gesicht bekommen soll, aber das Erste, wonach ich im anderen Ausschau halte.“

Brené Brown

 
 
Anker im Sturm des Lebens

Warum Verletzlichkeit kein Synonym für Schwäche ist

Wenn wir unsere Verletzlichkeit zeigen, indem wir anderen etwas anvertrauen oder offenlegen, Gefahr laufen, uns zu blamieren oder ausgelacht zu werden, Angst haben, Fehler zu machen, dann hat das nichts mit Schwäche zu tun. Denn es gehört Mut dazu, sich zu öffnen, seinen wunden Punkt zu zeigen und die Angst, verletzt zu werden, zu überwinden.

 

Überlege dir einmal: Was es braucht um stark und mutig zu sein?

Wenn wir etwas tun, was uns keine Angst oder Sorgen bereitet, ist dies nichts Besonderes. Wir würden doch niemals andere Menschen dafür bewundern, weil sie etwas Alltägliches machen.

Wir zollen Bewunderung dann, wenn jemand mutig ist, ins kalte Wasser springt oder forsch an eine Sache herangeht ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Sich traut, sich zu zeigen. Auch dann, wenn er riskiert, verletzt zu werden.

Die Vorstufe von Mut und Tapferkeit ist also immer eines: Angst.

Um Stärke zu zeigen musst du immer etwas tun, wovor du dich fürchtest.

 

Wovor haben wir Angst?

Es schmerzt uns verletzt zu werden. Aber mit der Verletzung gehen weitere Gefühle einher, wie Scham, Wut oder Ablehnung.

 

Wir haben Angst davor

  • Verstoßen zu werden
  • Ausgegrenzt zu sein
  • Nicht mehr gemocht zu werden
  • Versagt zu haben
  • Zugeben zu müssen, dass wir falsch lagen
  • Ausgelacht zu werden
  • Gedemütigt zu werden
  • Nicht zu gefallen

 

Allzu oft hören wir die Aussage: „Ist doch egal, was andere denken!“

 

Nein, genau das ist es uns nämlich nicht und diese Ansicht ist nur halb richtig. Denn, es ist uns durchaus sehr wichtig, was andere von uns denken. Evolutionsbedingt war es das schon früher, als wir noch auf den Schutz der Gruppe angewiesen waren. Nur gemeinsam konnten wir uns vor wilden Tieren schützen. Heute brauchen wir diese Gruppe nicht mehr, weil wir Angst vor Angreifern haben, sondern nicht alleine sein möchten. Der Mensch ist ein Gruppentier und dauerhafte Einsamkeit kann psychische und physische Folgeschäden nach sich ziehen.

 

Für mich persönlich habe ich diesen Satz deshalb geändert in:

„Ist doch egal, was fast alle anderen denken!“

 

 
 
Wie unsere Gedanken unsere Seele formen

Der Punkt ist nämlich, dass es durchaus Menschen gibt, deren Meinung uns wichtig ist und die uns in unseren Entscheidungen beeinflussen. Es ist mir nämlich nicht egal, was geliebte Personen von mir denken. Das sind nur eine Handvoll, aber, was sie zu sagen haben, das nehme ich mir sehr wohl zu Herzen.

Von ihnen weiss ich, dass Feedback und Kritik konstruktiv ist, mich weiterbringen kann und, dass sie für mich nur das Beste wollen. Ich muss keine Angst haben, zu versagen oder für ein Fehlverhalten ausgegrenzt zu werden.

Sie lieben mich, wie ich bin. Und was die anderen von mir oder meiner Arbeit halten, kann mir wirklich egal sein ist mir wirklich egal.

 

Habe den Mut dich zu zeigen.

Zeige Stärke und stell dich der Angst vor Verletzlichkeit.

Trau dich, denn du stehst nicht alleine im Boxring.

 

Ich hoffe dir damit einige Denkanstöße liefern zu können, um das Thema Verletzlichkeit für dich aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Hinter Verletzlichkeit steckt oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

Im zweiten Teil der Beitragsserie werde ich dir Tipps geben, wie du die Maske der Verletzlichkeit ablegen kannst und zeigen, warum das für dich mehr Lebensqualität bedeutet….

 
 
 
 
Die Wahrheit über Verletzlichkeit: Denkanstöße und HIntergrundinformationen zum Thema Verletzlichkeit. Was tun wir, um uns zu verstecken und nicht angreifbar zu machen? 
Die Maske ablegen: Wie können wir Verletzlichkeit überwinden und mehr Lebensqualität erlangen? 
Wovor haben wir Angst? 
Was bedeutet Verletzlichkeit in unserer Gesellschaft?

1 Comment

  1. […] ersten Teil dieser Beitragsserie Die Wahrheit über Verletzlichkeit habe ich dir einige Hintergrundinformationen und Denkanstößt zum Thema Verletzlichkeit […]

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