Männerdepression – Ein völlig anderes Symptombild?

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Wenn wir von Depression sprechen, haben wieder meist die klassischen Symptome von Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit vor Augen. Bei Männern allerdings kann sich auch völlig anderes Bild zeigen.

Vielleicht aus dem Grund, da der Mann, als das starke Geschlecht, keine Schwäche zeigen darf, finden sich bei der „männlichen Depression“ eher Aggressivität, sowie Alkohol- oder Drogenmissbrauch, als Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit.

Bei Männern wird eine Depression deutlich seltener diagnostiziert, als bei Frauen, wenngleich die Suizidgefahr erhöht ist. Männer wählen eher den sogenannten harten Suizid (erhängen, erschießen), wohingegen bei Frauen häufiger der weiche Suizid (Medikamente, Gift) zu finden ist.

Zugang zu Gefühlen

Bei Männern ist eher die linke Gehirnhälfte aktiv, die analytisches und logisches Denken steuert. Auch sind die rechte und linke Gehirnhälfte weniger miteinander verknüpft, sodass der Zugang zu Gefühlen und das Gespräch darüber oft erschwert wird.

Die eigene Hilflosigkeit erkennen

Männern –aber auch Frauen – fällt meist schwer, die eigene Hilflosigkeit zu akzeptieren, auch weil eine Depression ohne ersichtlichen Grund plötzlich auftreten kann und das gesamte Leben des Betroffenen vereinnahmt.

Typische Symptome können sein:

  • Aggressivität
  • Exzessive sportliche Betätigung
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Flucht in die Arbeit
  • Schlafstörungen
  • Abgeschlagenheit

Häufig auftretende Versagensängste, im Sinne von „Ich bin nichts wert, wenn ich nichts leiste.“, können im Rahmen einer Therapie, oft in Verbindung mit Antiaggressions- und Achtsamkeitstraining behandelt werden.

Wichtig für dich als Betroffener oder Angehöriger ist, dass Depression nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte und professionelle Hilfe in jedem Falle ratsam ist.

Die Flucht in die Arbeit, Sport oder schlimmstenfalls Alkohol und Drogen sind die denkbar schlechteste Möglichkeit, mit der dahinterstehenden Erkrankung umzugehen.

Sollten dir diese Symptome bekannt vorkommen, nimm bitte Kontakt zu einem Arzt, Therapeuten oder Psychiater auf. Du kannst auch deinen Hausarzt als erste Anlaufstelle nutzen, welcher dich bei Bedarf an einen Facharzt verweist.

In Notfällen kannst du dich an die nächste Psychiatrische Klinik in deiner Umgebung oder an den Notarzt (Tel. 112) wenden.

Info-Telefon Depression: 0800 / 33 44 533 (Mo, Di, Do: 13:00-17:00 und Mi, Fr: 8:30 – 12:30)

https://www.deutsche-depressionshilfe.de

Krisentelefon Deutschland: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 (rund um die Uhr)

Krisentelefon Österreich: 142 (rund um die Uhr)

Krisentelefon Schweiz: 143 (rund um die Uhr)

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