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Jeder Klick ein Kick: Die Sucht nach Anerkennung im Netz

Sucht nach Anerkennung im Netz

Jeder Klick ein Kick

Das schnelle Glück im Internet: Wie ein Glücksspielautomat, der uns mit jedem Knopfdruck auf einen Gewinn hoffen lässt, motiviert uns auch unser Smartphone immer wieder Apps, wie Whatsapp, Facebook oder Youtube anzuklicken.

Bei angenehmen Aktivitäten, wie Sport, Sex und sozialen Kontakten, schüttet unser Körper Glückshormone aus und das machen sich auch soziale Medien, wie Facebook, Instagram, Twitter & Co zu Nutze.

Sie lassen uns Glückshormone, wie Dopamin und Oxytocin, produzieren.

Glückshormone motivieren, treiben uns zu Höchstleistungen an und veranlassen uns, dieses Glücksempfinden immer und immer wieder erleben zu wollen.

Immer in der Hoffnung auf einen Like, eine Nachricht oder einen Kommentar, der uns das Gefühl von Anerkennung vermittelt. Diese Art der Anerkennung stimuliert unser Gehirn, lässt es Hormone ausschütten und löst ein Wohlgefühl in uns aus. 

Die Tücken des Dopamin-Kicks durch Social Media

Sucht nach sozialen Medien

Ähnlich wie Drogen, kann auch jede andere Aktivität, die eine Dopamin-Ausschüttung bewirkt, süchtig machen – und das gilt auch für Social-Media-Kanäle.

Ziel von Social Media Plattformen ist es, ihren Kunden durch Likes und positive Kommentare einen Dopaminstoß zu verpassen, sodass sie immer mehr Inhalte liefern.

Einige Studien berichten bereits, dass der häufige Gebrauch von Smartphones neue neurologische Verbindungen im Gehirn schafft, die eine Abhängigkeit begünstigen.

Dass diese Kanäle ein hohes Suchtpotenzial aufweisen räumen auch die verantwortlichen Betreiber der Social-Media-Plattformen ein.

So sagte beispielsweise Sean Parker (ehem. Facebook Präsident): „Nur Gott weiß, was es mit den Gehirnen unserer Kinder macht“.

Und auch den ehemaligen Facebook-Manager Chamath Palihapitiya plagen Schuldgefühle: „Ich glaube, wir haben Werkzeuge geschaffen, die die Strukturen auseinanderreißen, auf denen die Gesellschaft basiert.“

Selbst den Gründern der Plattformen Facebook (Mark Zuckerberg) und Instagram (Kevin Systrom) sei bewusst gewesen, dass sie mit ihren Netzwerken zwischenmenschliche Beziehungen und die Gesellschaft selbst verändern. „Und wir haben es trotzdem getan.“

Im Rausch von Likes, Tweets und Co.

Häufig fallen in diesem Zusammenhang Begriffe, wie Digitale Depression, Internetsucht und Selfie Sucht.

So nützlich es sein kann, immer erreichbar zu sein, alles mal eben Googeln zu können und immer zu wissen, was gerade los ist, so tückisch können diese Vorzüge auch sein.

Anstatt schöne Momente zu genießen, zücken wir das Handy, um ein Foto zu machen und direkt in soziale Netzwerke hochzuladen.

Wir nehmen unsere Welt und glückliche Momente oft nur durch die Linse unseres Smartphones wahr, anstatt die Schönheit eines Augenblickes auf uns wirken zu lassen.

Schließlich haben wir diesen Moment abgespeichert auf unserem Smartphone und verewigt auf den sozialen Medien, also wozu dann noch genauer hinsehen, wenn wir das Foto jederzeit wieder aufrufen können!?

Ob dieser Moment nun wirklich so schön und einzigartig war, entscheiden dann die Anzahl von Likes und Kommentaren unserer Community.

Wir lassen zu, dass wir um diesen Moment beraubt werden, dessen Schönheit uns glücklich stimmen könnte. Stattdessen teilen wir unser Leben mit unserer Community und holen uns hier das ersehnte Glücksgefühl.

Das Resultat:

Wir gieren immer wieder nach dem nächsten Schuss, den uns vermeintlich nur unsere Freunde auf den sozialen Netzwerke liefern können.

Zwischen einer Erleichterung im Alltag, Abhängigkeit und sozialer Vereinsamung liegt nur ein schmaler Grat.

Wir haben Angst etwas zu verpassen oder von der Community ausgeschlossen zu werden, wenn wir nicht regelmäßig online sind.

Den Preis dafür, nämlich unsere persönlichen Daten, nehmen wir gerne in Kauf.

Die Folgen der digitalen Revolution

In einer Studie der Baylor University gaben 60% der Studenten an, möglicherweise süchtig nach ihrem Handy zu sein. Einige gaben sogar an, nervös zu werden, wenn das Smartphone nicht in Sichtweite ist.

 

 

Statistik Onlineverhalten
Statistik Onlineverhalten

Quelle ARD-ZDF-Onlinestudie, Statistik, Internetverhalten

 

 

 

Wenn wir über einen längeren Zeitraum Freundschafen und Bekanntschaften nur über den Bildschirm pflegen, führt das zu einer schleichenden Vereinsamung.

Und Einsamkeit kann bei Menschen gravierende psychische und physische Folgen haben, sodass junge Menschen, die in dieser digitalen Revolution mit immer weniger zwischenmenschlichen Kontakten aufwachsen, Schwierigkeiten haben, sich gesellschaftlichen Regeln und Anforderungen anzupassen.

Ein bitterer Beigeschmack neben den positiven Aspekten der internationalen Vernetzung, sowie Verfügbarkeit von Informationen und Bildungsangeboten.

Aber auch bei Erwachsenen machen sich die Folgen der Digitalisierung bemerkbar.

Dauernde Erreichbarkeit im Privat- und Berufsleben und ständig verbunden sein – 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche.

Was für Arbeitgeber Vorteile bringt, kann bei Arbeitnehmern gravierende Folgeschäden, wie chronischer Stress, Burnout, Angstzustände, Depression, … nach sich ziehen.

Fazit

Nutze die Möglichkeiten und Vorteile, die dir die Digitalisierung und soziale Medien ermöglichen, aber versuche auch bewusst schöne Momente mit deinen Sinnen zu genießen, ohne den Smartphone-Filter dazwischen zu schieben.

Bewahre dir die Schönheit der realen Welt.


Du möchtest wissen, ob du oder deine Angehörigen von der Internetsucht betroffen oder gefährdet sind? OASIS – Online-Ambulanz-Service für Internetsüchtige bietet hierzu einen kostenlosen Selbsttest an.
Meine-gesundheit.de fasst das Thema Internetsucht (Onlinesucht), sowie damit verbundene Symptome und mögliche Behandlung übersichtlich zusammen.
Eine ausführliche Beschreibung von Selfie Sucht (wenn Selbstporträts zur Krankheit werden) findet ihr auf der Webseite bedeutungonline.de
 
 
 

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