Verletzlichkeit_Die Maske ablegen
[Teil 2] Der Verletzlichkeit ins Auge blicken
Murphys Gesetz
Murphys Gesetz – Warum schiefgeht, was schiefgehen kann?

Die Augen das Fenster zur Seele

Die Augen das Fenster zur Seele

Die Augen das Fenster zur Seele - Quelle: GT Kreativdesign

Wenn wir jemandem in die Augen sehen, können wir daraus auf seine Empfindungen und Stimmung schließen. Da Augen nicht lügen können, eröffnen sie uns den Blick direkt in die Seele?!?! Lügen können über unsere Augen entlarvt werden und auch die Blickrichtung eröffnet uns die hinter unserer Aussage stehenden Gedanken. Auch in der Psychotherapie spielt die Augenbewegung eine wichtige Rolle. So hat sich beispielsweise die Eye Movement Therapie bei Trauma-Patienten bewährt. Wie verraten uns unsere Augen? Entlarven sie wirklich jede kleinste Lüge?

Das Auge – der Lügendetektor

Wir können beim Lügen unsere Körperhaltung, unseren Gesichtsausdruck und Stimme entsprechend anpassen, sodass die Lüge nicht entlarvt wird. Die Augen lassen sich aber nicht beeinflussen. Sie sind der ehrliche Teil unseres Gesichts, der nicht lügen kann. Wir können sie nicht davon abhalten, die Wahrheit zu zeigen.

 

„Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte“

 

Hinter unseren Augen verstecken sich eine Reihe an Emotionen, die unser Gegenüber auf den ersten Blick erkennen kann. So wissen wir sofort, ob jemand traurig, freudig, wütend oder ängstlich ist. Dabei spielen vorrangig Augen und Augenbrauen eine entscheidende Rolle.

 

 

Wie uns unsere Augen verraten:

Unsere Augen weiten sich, wenn wir überrascht sind und wir kneifen sie zusammen, wenn wir uns ärgern oder wütend sind. Dieser Automatismus lässt sich nicht bewusst beeinflussen. Zwar können wir versuchen, unsere Emotion zu verstecken, aber es wird immer ein kleiner Schatten dieser Emotion über unser Gesicht huschen, ob wir wollen oder nicht.

 

Aber nicht nur die Augenform, sondern auch die Blickrichtung verrät uns. Sie deutet an, woher wir unsere Informationen abrufen, nämlich aus dem Gedächtnis (reale Erinnerungen) oder aus unserer Phantasie.

Dies wird verdeutlicht, wenn wir träumen. Während der REM-Phase (Rapid Eye Movement), wenn wir am meisten und intensivsten träumen, bewegen unsere Augen dabei unter dem Lid sehr schnell hin und her.

Blinde Menschen haben nie gelernt ihre Augen zu kontrollieren, weshalb sich ihr Blick während dem Denkprozess hin und her bewegt – viel ausgeprägter, als bei sehenden Menschen.

 

 

Wenn du dir deine aktuelle Wohnsituation vorstellst, welches ist das dunkelste Zimmer und in welchem Raum hältst du dich am liebsten auf?

Nun stelle dir dein Traumhaus vor. Wie groß ist es? Was ist daran besonders?

Traumhaus

Quelle: GT Kreativdesign

Was uns die Blickrichtung verrät

Wir blicken beispielsweise nach links, wenn wir uns erinnern und nach rechts, wenn wir lügen.

 

Beim Blick nach oben visualisieren wir, rufen also Bilder ab.

Wanden die Augen nach unten, fühlen wir in uns hinein.

Ist der Blick mittig ausgerichtet, sind unsere auditiven Kanäle aktiv, also Geräusche und Töne.

Blicken wir nach links, rufen wir Erinnerungen aus unserem Gedächtnis ab und beim Blick nach rechts phantasieren wir.

 

Blicken wir beispielsweise nach rechts oben, phantasieren wir (Zum Beispiel, wenn wir uns unser Traumhaus vorstellen sollen).

Blicken wir nach links oben, rufen wir Bilder aus unserem Gedächtnis ab (Beispielsweise dann, wenn wir unsere aktuelle Wohnsituation visualisieren).

 

Hast du darauf geachtet, in welche Richtung du blickst, wenn du an deine aktuelle Wohnsituation denkst oder dir dein Traumhaus vorstellst?

 

Achtung beim Entlarven von Lügnern!

Die Augenbewegung passiert mit dem Denken, nicht mit dem Sprechen. Es ist also nicht entscheidend, wohin wir blicken, während wir etwas sagen, sondern kurz zuvor, wenn wir überlegen, was wir sagen wollen.

 

Eine Lüge lässt sich leider nicht ausschließlich anhand der Augenbewegung entlarven.

Dein Gegenüber kann beispielsweise von einer realen Situation erzählen und ein paar Details der Geschichte erfinden. Dann kann es sein, dass er nach links blickt, um sich zu erinnern, ohne noch einmal mit dem Blick nach rechts zu phantasieren.

 

100% eindeutige Ergebnisse kann die Blickrichtung der Augen also nicht liefern, aber immerhin den ein oder anderen Hinweis über die Gedankenherkunft unseres Gegenübers liefern.

Auch deshalb, weil diese Annahmen nicht auf alle, aber auf den Großteil der Menschen zutrifft. Ebenso kann die Blickrichtung bei Linkshändern spiegelverkehrt sein.

 
 
Die Wahrheit über Verletzlichkeit

Augenbewegung in der Psychotherapie – EMDR

EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Augenbewegung zur Desensibilisierung und Aufarbeitung) heisst die Therapieform, bei welcher sich die Augenbewegung zur Überwindung von Traumata zu Nutze gemacht wird.

Im Rahmen dieser Therapie folgt der Patient mit den Augen dem Finger des Therapeuten, welcher sich hin und her bewegt. Ziel ist es durch die bilaterale Stimulation (beide Gehirnhälften) eine Informationsverarbeitung auf mehreren Kanälen (z.B. taktil und auditiv) zu bewirken.

Patienten verspüren bereits nach wenigen Sitzungen eine deutliche Entlastung oder verblassen der traumatischen Erinnerungen.

 

Die Wirkung und Erfolg dieser Therapie konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, wenngleich der spezifische Behandlungteil (Augenbewegung) nicht wissenschaftlich fundiert ist.

Nichtsdestotrotz sind weniger als 50% der Behandlungssitzungen nötig, als beispielsweise bei der Verhaltenstherapie, um Erfolge zu erzielen.

Wenn du dich für eine solche Therapiebehandlung interessierst, solltest du unbedingt einen speziell hierfür ausgebildeten Arzt/Ärztin oder Therapeuten/Therapeutin wählen.

Mehr Infos zu EMDR findest du hier

 

 
 

 

Die Persönlichkeit der Iris

Wir können die Charaktereigenschaften eines Menschen anhand seiner Iris bestimmen – das glauben schwedische Forscher herausgefunden zu haben.

428 Studenten sollten im Rahmen einer Studie 240 Fragen zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstverständnis beantworten. Dabei konnten sie einen Zusammenhang zwischen Charaktereigenschaften und der Struktur der Iris feststellen.

Verantwortung dafür trägt, laut den Forschern, das Gen Pax6. Dieses ist sowohl für die Form der Iris, als auch für die Hirnregion cingulärer Cortex mitbestimmend. Der cingulären Cortex beeinflusst unsere Entscheidungen, unser Lernverhalten und prägt unser Verhalten.

In einer vorangegangenen Studie konnte von den Forschern ein 60-90%iger Einfluss der Gene auf die Form der Iris nachgewiesen werden.

 

So kam man bisher zu folgenden Ergebnissen:

Einfühlungsvermögen, Vertrauen und Offenheit spiegeln sich in kleine, linsenförmigen Furchen, die sich von der Pupille nach außen ziehen wieder. Je dichter die Furchen, desto stärker sind diese Charaktereigenschaften ausgeprägt.

Impulsive und neurotische Menschen haben vermehrt zarte Bogenabschnitte oder Kreise um die Pupille herum (Kontraktionsringe).

 

Da noch weitere Gene in Betracht kommen können, die sowohl den Charakter, als auch die Formgebung der Iris beeinflussen, wird weitergeforscht. Der Zusammenhang zwischen Iris und Charaktereigenschaften eines Menschen sind demnach noch nicht vollends ergründet und lassen auf noch weitere interessante Theorien hoffen.

 

Augen_GT Kreativdesign

Quelle: GT Kreativdesign

 
 

Ein kleiner Denkanstoß zum Schluss

„Die Augen sind das Fenster zur Seele“ –durch ein Fenster lässt sich nicht nur hinein, sondern auch hinausblicken.

Du kannst erkennen, wie sich dein Gegenüber fühlt, anhand seiner Augen, seiner Mimik oder der gesamten Körperstellung. Diese Gefühle basieren darauf, dass er etwas gesehen oder erlebt hat, das ihn traurig macht, ängstigt oder freudig stimmt.

Dein Gesprächspartner empfindet etwas, weil er zu diesem Fenster hinausgeblickt hat und diese Erlebnisse spiegeln sich in dem wider, was du siehst.

Vielleicht auch der Grund für eine Lüge?

 

Bedenke also, dass uns die Augen und auch das gesamte Erscheinungsbild eines Menschen (Mimik, Gestik, Körperhaltung) viel verraten können – vielleicht sogar eine Lüge entlarven.

Sie zeigen aber gleichzeitig auch, was unser Gegenüber erlebt, empfunden oder gesehen hat.

 
 
 
 
Wenn wir jemandem in die Augen sehen, können wir daraus auf seine Empfindungen und Stimmung schließen. Da Augen nicht lügen können, eröffnen sie uns den Blick direkt in die Seele?!?!
Lügen können über unsere Augen entlarvt werden und auch die Blickrichtung eröffnet uns die hinter unserer Aussage stehenden Gedanken. Auch in der Psychotherapie spielt die Augenbewegung eine wichtige Rolle.
Wie verraten uns unsere Augen? Entlarven sie wirklich jede kleinste Lüge?

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