Sucht nach Anerkennung im Netz
Jeder Klick ein Kick: Die Sucht nach Anerkennung im Netz
Lebensmittel, die glücklich machen
Essen für die Seele – Nahrung die glücklich macht

Angsttherapie in der virtuellen Welt (Virtual Reality Therapie)

Virtual Reality zur Angstbewältigung

Virtual Reality zur Angstbewältigung

Brille aufsetzen und ab in eine andere Welt. Die Virtual-Reality Brille ermöglicht es dem Spieler, so tief in ein Spiel einzutauchen, wie nie zuvor. Er befindet sichmittendrin, anstatt nur von außen zuzusehen.

Was bisher als Spaß- und Unterhaltungsfaktor die Spielewelt revolutionierte, findet nun völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Nämlich in der Therapie zur Angstbewältigung.

Forscher arbeiten bereits seit Jahren daran, den Einsatz von VR-Brillen in der Verhaltenstherapie zur Angstbewältigung zu etablieren.

 

 

Was passiert in einer Verhaltenstherapie?

Im Rahmen einer Konfrontationstherapie wird der Patient angehalten, sich seinen Ängsten zu stellen.

Ziel ist es, zu erkennen, dass die Angst zwar kurzzeitig ansteigt, aber durch das Verbleiben in der Situation und Nutzen von Entspannungstechniken, auch wieder abfallen kann.

Durch regelmäßige Wiederholung lernt unser Gehirn, dass in einer entsprechenden Situation keine Gefahr droht und schaltet nicht mehr automatisch auf Alarmbereitschaft.

 

 

Was passiert während der VR-Therapie?

Mit Brille und Rucksack mit Equipment ausgestattet hat der Nutzer die Möglichkeit sich frei in einem Raum zu bewegen.

Während des VR-Erlebnisses wird der Person beispielsweise eine Spinne auf die Hand gesetzt oder sie blickt einen tiefen Abgrund hinunter.  Die Brille macht es dem Träger leichter, während der angstbesetzten Situation ruhig zu bleiben, da er weiß, die Situation ist nicht real.

Durch die Bewegungsfreiheit hat er die Möglichkeit, sich beispielsweise näher an den Abgrund zu stellen, aber auch wieder zu distanzieren.

 

Nicht nur visuelle Reize kommen zum Einsatz. Durch auditive Stimulation, wie das Geräusch einer Wespe, die kurz hinter dem Betroffenen vorbeifliegt, wird die Situation als noch realistischer nachempfunden.

Per Knopfdruck kann der Therapeut die Intensität der Therapie variieren, indem er die Anzahl der Spinnen erhöht oder Turbulenzen im Flugzeug simuliert.

Unser Gehirn differenziert nicht zwischen dem virtuellen und dem realen Erleben, sodass es glaubt, die Situation wäre real. Je häufiger man sich nun der Angst in der virtuellen Welt stellt, desto schneller lernt unser Gehirn. Es lernt, dass von dem Angstobjekt oder der Angstsituation keine Gefahr ausgeht. Die bisherige Angst wird somit vom Gehirn als unnötig erkannt und in Zukunft ausbleiben.

 

 

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Nicht nur bei Angststörungen oder Phobien können mit der VR-Therapie Erfolge erzielt werden, sondern auch in der Schmerztherapie. So schwimmen Schmerzpatienten, beispielsweise mit Delphinen, während sie in der realen Welt im Krankenhaus liegen.

Suchtkranke können den Umgang mit ihrer Suchterkrankung trainieren, indem sie sich Situationen stellen, die ein Verlangen nach der Droge auslösen. Sie lernen den Drang danach zu kontrollieren.

Forscher vom University Collage London konnten bereits selbstkritisches Verhalten (z.B. bei Depression) therapieren, indem der Proband sein digitales Abbild in Form eines Avatars selbst therapierte.

Bei Schlaganfallpatienten kann die Therapie helfen, wieder Kontrolle in verschiedene Muskelgruppen zu bringen.

In der Pflege von Demenzpatienten kann eine virtuelle Reise der biografischen Erinnerungsarbeit und zur Beruhigung dienen.

 

 

Spaziergänge durch virtuelle Welten können nicht nur Schmerzen, sondern auch Depression bei Langzeitpatienten vorbeugen.

 

 

Vorteile der VR-Therapie

Anstatt eine moderate Depression direkt mit Medikamenten (Antidepressiva) zu behandeln, können Patienten im Rahmen der Verhaltenstherapie lernen, ihre selbstschädigenden Gedanken zu bekämpfen. So beispielsweise in dem Videospiel Sparx, entwickelt von Forschern der University of Auckland. Hierin lernt der Spieler in verschiedenen Modulen, Probleme zu bewältigen, Wut zu kontrollieren, sowie negative Gedanken zu erkennen und in positive umzuwandeln.

Eine Heilung von Schmerzpatienten kann deutlich schneller erfolgen, da bereits während die Patienten noch bettlägerig sind, rehabilitierende Maßnahmen gestartet werden können.

Der Therapeut hat die Möglichkeit, den Patienten bei der Bewältigung von Angstsituationen und Posttraumatischen Belastungsstörungen zu begleiten. Er steht daneben und spricht mit dem Probanden, während dieser sich seiner Angst stellt und belastende Situationen aufarbeitet.

Außerdem kann jede Art von Therapie an Ort und Stelle durchgeführt werden, ohne, dass der Patient verreisen muss, was besonders bei Flugangst, aber auch bettlägerigen Patienten ein großer Pluspunkt ist.

Viele Menschen scheuen den Gang zum Psychotherapeuten oder Psychiater, weil sie sich schämen oder glauben, dass „einfach nur reden“ sowieso nichts bringt! Auch der Gedanke daran, dem sozialen Umfeld zu erzählen, man mache eine Psychotherapie schreckt viele ab.

Hingegen die Aussage „Ich mache eine Virtual-Reality-Therapie“ weniger befürchten lässt, andere glauben, „man hätte nicht alle Tassen im Schrank.“

Bei der klassischen Behandlung zeigt sich, dass die Motivation von Patienten häufig im Laufe der Therapie abnimmt. Grund dafür ist, dass sich der Betroffene über einen längeren Zeitraum schwierigen, herausfordernden Aufgaben stellen und dafür immer wieder neuen Mut und Kraft aufbringen muss.

In der VR-Therapie hingegen kann die Motivation hochgehalten werden, da er herausgefordert wird, mehr zu tun. Durch Auszeichnungen und Ränge über Punktevergabe fällt eine regelmäßige Therapie nicht nur leichter, sondern macht auch Spaß.

 

Grenzen und Nachteile der VR-Therapie

Der Patient ist während der Therapie auf sich alleine gestellt. Der Therapeut hält sich zwar im selben Raum auf und spricht mit dem Patienten, visuell muss er sich der Situation aber alleine stellen.

Diesem Aspekt könnte mit einer Art Multi-Player Funktion entgegengewirkt werden, wenn Patient und Therapeut gemeinsam an dem VR-Erlebnis teilnehmen.

Auch gibt es während des VR-Erlebnisses kein haptisches (fühlbares) Erleben. Der Proband nimmt nur visuelle und gegeben Falls akustische Reize wahr. Wenn ein Flugzeug startet, hört und sieht man nicht nur, man fühlt auch Vibrationen und Bewegungen. Wenn dieses Erleben ausbleibt, kann das sehr irritieren und bei Nutzern zu Unwohlsein oder Übelkeit führen.

Ethische Bedenken kommen bei der Frage auf, ob Therapeuten eine spezielle Zertifizierung für die Behandlung mit VR-Technologie nachweisen müssen.

Auch der Aspekt der sozialen Isolation wird diskutiert, da Patienten sich von dem realen sozialen Leben in die virtuelle Welt zurückziehen könnten. Ebenso die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, die in der realen Welt nicht denen der virtuellen Welt entsprechen.

 

Aktuell ist die VR-Therapie in Deutschland nur wenig vertreten und Angebote von Therapeuten sind rar. Allerdings findet diese Art der Behandlung immer mehr Fuß in deutschen Therapieeinrichtungen und wird mit Sicherheit in Zukunft erfolgreich die Patientenbehandlung revolutionieren.

 

 

 
Hier geht´s zum Glückskurs

Kommentar verfassen